{"id":2078,"date":"2018-03-25T23:59:39","date_gmt":"2018-03-25T21:59:39","guid":{"rendered":"http:\/\/jkoehler.diskstation.me\/wordpress\/?page_id=2078"},"modified":"2019-03-16T14:16:33","modified_gmt":"2019-03-16T13:16:33","slug":"22-april-1995-knastbruder","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/jkoehler.diskstation.me\/wordpress\/diaries\/tgb-since-1993\/berlin-neuanfang-1993-95-familiengrundung-studium\/1995-2\/22-april-1995-knastbruder\/","title":{"rendered":"22. April 1995: Knastbr\u00fcder"},"content":{"rendered":"<p>Gestern den Bosnier Daniel kennengelernt, ein Knastbruder der Saalischwilis. Wir trafen uns im Kloster. Als er mit seinen zwei Kumpanen in die gesetzt intellektuell\/autonome Homokneipe eintrat, brachten sie, f\u00fcr die meisten Anwesenden deutlich sp\u00fcrbar, einen Hauch von m\u00f6glicher Gewalt mit sich. Daniel ist zur H\u00e4lfte Moslem, zur andren H\u00e4lfte Serbe. Auf die Frage nach seinem Glauben antwortete er lachend: &#8220;Ich glaube an gar nichts; ich glaube nur an mich&#8221;. Sie gingen selbstsicher mir ihrer Macht in der fremden Umgebung um, benahmen sich also zur\u00fcckhaltend und freundlich.<br \/>\nDaniel und sein mitgebrachter Knastkumpane haben Gaga unter ihre Fittiche genommen: Russen (ehem. Sowjets) und Balkaner halten zusammen. Daniel, der wegen versuchten Todschlags verurteilt wurde, erz\u00e4hlte, da\u00df auch er, wie David, zun\u00e4chst im Haus vier des Jugendvollzuges untergebracht war. Die Beamten dort sind daf\u00fcr bekannt, da\u00df sie Osteurop\u00e4er schikanieren. Diese k\u00f6nnen sich Knast intern nicht mehr so gut wehren, seitdem osteurop\u00e4ische Nationalit\u00e4ten so gut es geht dezentral untergebracht werden. Daniel gelang es aber mit der Hilfe von Freunden\/Verwandten, einen Photoapparat einzuschmuggeln und die entsprechenden Beamten abzulichten. Darauf wurden diese von seinen Freunden unter Druck gesetzt. Daniel behauptet, da\u00df er daraufhin wie ein K\u00f6nig lebte (den Beamten schon am n\u00e4chsten Tag direkt ins Gesicht lachte). Mit Arabern und T\u00fcrken g\u00e4be es keine Solidarit\u00e4tsverbindungen, f\u00fcr Osteuropa aber seien diese interethnisch. Die drei selbst haben sich als Jugoslawen vorgestellt. Einer von ihnen (der, der nicht sitzt) wurde in Deutschland geboren.<\/p>\n<p>Daniel behauptete stolz, da\u00df ihn der Staranwalt Bossi aus M\u00fcnchen verteidigt h\u00e4tte. Nur f\u00fcr eine Anreise desselben soll sein Vater 50. OOODM bezahlt haben. Er war deutlich stolz darauf, eine Tat begangen zu haben, f\u00fcr die er eine hohe Haftstrafe h\u00e4tte absitzen m\u00fcssen (mind. 8 Jahre), ebenso stolz aber auch darauf, da\u00df sein Vater einen so guten Anwalt bezahlen konnte, der ihn fast rausgehauen h\u00e4tte. Angeblich wurde er verurteilt, weil er mit drei Freunden sich mit drei Deutschen eine Schl\u00e4gerei (ohne Waffen) geliefert hatte, im Verlaufe dera ein Opfer von ihm zum Kr\u00fcppel geschlagen wurde. Ausl\u00f6ser soll eine &#8220;Geschichte mir der Kusine&#8221; gewesen sein.<\/p>\n<p>Um diese kleinen Machtstrukturen (maifi\u00f6sen) aufzubauen, m\u00fcssen Menschen miteinander verbunden sein, die in der Lage sind f\u00fcr die Organisation und Ausf\u00fchrung von Privatgewalt viel Zeit zu investieren (hier: die Beamen auflauern, ihnen bis zur Wohnung folgen, dort eine g\u00fcnstige Gelegenheit abpassen, deren Gewogenheiten studieren). Und es m\u00fcssen Leute sein, die einen normalen Alltag leben (keine Profiverbrecher). F\u00fcr den Staat sind sie gef\u00e4hrlicher als jeder Schwerverbrecher, weil sie in Sachen Recht und Gewaltmonopol den Staat f\u00fcr ihre Gemeinschaft nicht anerkennen. Weningstens zur Kindermafia hat Georgi jetzt ja seinen ersehnten Zugang. Jugendliche sind in dieser Priv\u00b7atgewaltstruktur wohl oft die Exikutive.<br \/>\nDaniel ist von Mo &#8211; Fr zwischen 18.00 und 20.00 unter 413 89 21 zu erreichen.<\/p>\n<p>Thea erz\u00e4hlte mir davon, wie sie und Mischa Georgi zum Narren gehalten h\u00e4tten, indem sie ihn auf dessen st\u00e4ndiges Dr\u00e4ngen, in Mafiakreise eingef\u00fchrt zu werden (er, der k\u00fcnftige Pr\u00e4sident Georgiens, wollte nicht mehr wie ein Sklave bei T\u00fcrken arbeiten) hin, auf den Stra\u00dfenk\u00fcnstler Georgi ansetzten. Bis dieser dann Georgi na xui schickte, hatte er vor dem dummen Jungen keine Ruhe.<\/p>\n<p>&#8211;&gt; <a href=\"http:\/\/jkoehler.diskstation.me\/wordpress\/diaries\/berlin-neuanfang-1993-95-familiengrundung-studium\/24-april-1995-projekttutorium\/\">next page<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern den Bosnier Daniel kennengelernt, ein Knastbruder der Saalischwilis. Wir trafen uns im Kloster. 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