{"id":1472,"date":"2018-03-13T11:36:29","date_gmt":"2018-03-13T10:36:29","guid":{"rendered":"http:\/\/jkoehler.diskstation.me\/wordpress\/?page_id=1472"},"modified":"2019-03-16T14:16:30","modified_gmt":"2019-03-16T13:16:30","slug":"tbilissi-20-april-1993","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/jkoehler.diskstation.me\/wordpress\/diaries\/tagebuch-leningrad-st-petersburg-tbilisi-1991-1993\/georgien-1992-93\/tbilissi-20-april-1993\/","title":{"rendered":"Tbilissi. 20. April 1993: Infos und Granatenspiele an der Uni"},"content":{"rendered":"<p><u>Infos<\/u><\/p>\n<p>&#8211; &#8220;Loti&#8221; (Trunkenbold) Wachtangi Kobalia &amp; Sohn befehligen die Sviadisten in Megrelien<\/p>\n<p>&#8211; Leonid Kraftschuk: Pr\u00e4sident der Ukraine<\/p>\n<p>&#8211; Jurie Rost: Bekannter Journalist. In einem Interview mit Jussoljani hielt er dem ein Photo hin, und fragte: &#8220;Kennen Sie den Mann auf diesem Bild?&#8221;. J. antwortete, da\u00df er ihn wohl kenne, er h\u00e4tte mit ihm zusammen im Knast gesessen.<\/p>\n<p>&#8220;Der Mann.nach dem Sie fragen, sa\u00df aber zu Unrecht,&#8221; f\u00fcgte er hinzu, &#8220;er hat den Mord, den sein Sohn begangen hat, auf sich genommen.&#8221; Jurie rastete fast aus vor Journalistengl\u00fcck: &#8220;Wissen Sie was Sie da sagen?? Wissen sie wer der Sohn dieses Mannes ist?&#8221; Jussuljanis Gro\u00dfkotz vertrocknete und er verstummte wie ein Fisch. Der Journalist kl\u00e4rte den Stellvertreter des Pr\u00e4sidenten \u00fcber die Tragweite seiner raschen Worte auf:\u00b7 &#8220;Sie haben gerade behauptet, da\u00df der Abgeordnete des Parlaments &#8230; ein M\u00f6rder sei.&#8221;<\/p>\n<p>Weiter wurde Juss. von einem Journalisten gefragt, wer die Mchedrioni finanzieren w\u00fcrde und was dieser Jemand als Gegenleistung forderte. J. antwortete: &#8220;Das georgische Volk finanziert die Mched. und es bekommt genau das daf\u00fcr, was es braucht.&#8221; Pointierte Bemerkung angesichts der st\u00e4ndigen Raubz\u00fcge der Mched.<\/p>\n<p>Auch die Geiselnahme einer jungen Frau von Seiten der Mched., die von der Miliz gestellt wurden, bevor Juss. sich einschalten konnte spricht in \u00e4hnlicher Weise f\u00fcr sich. Den maskierten Geiselnehmern wurde freies Geleit zugesichert, sie kamen mit der Frau, die sie \u00fcberfallen hatten, aus dem Haus, setzten sich in ihr Auto und fuhren los. Sie waren keine 50 Meter gefahren, als die Miliz (und andere Bewaffnete Kanallien) ein gnadenloses Sperrfeuer auf des Auto er\u00f6ffneten. Es wurde solange geschossen, bis endlich der Tank explodierte und die (wohl nicht unbekannten) Mched. bis zur Unkenntlichkeit verbrannten. Die Frau wurde noch rechtzeitig, d.h. vor dem Verbrennen, von Kugeln zerfetzt geborgen.<\/p>\n<p>Juss. wu\u00dfte ja nicht, ob sie seine Kumpanen nicht identifiziert hatte. Auch der Polizist, der die junge Frau tot aus dem Auto zerrte, wurde angeschossen &#8211; allerdings gelang es nicht, ihn t\u00f6dlich zu verletzen.<\/p>\n<p>Jussuliani, nach der Aktion, die er selbst vor Ort geleitet hatte, gefragt. warum der so erpicht darauf gewesen sei, die Verbrecher verbrennen zu lassen, antwortete lax: &#8220;Warum solche noch begraben.&#8221; Und obwohl Tbilissi eine kleine Stadt ist, ist es bis heute nicht bekannt, wer da tats\u00e4chlich in dem Auto sa\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Granatenspiele<\/u><\/p>\n<p>Drei junge M\u00e4m1er, einer von ihnen ein Verwandter Shevadnadses, \u00fcberredeten drei Studentinnen mit ihnen tags\u00fcber zum Pantheon hinaufzusteigen. Dort hielten diese sie in einer verschwiegenen Ecke fest und warteten auf die Dunkelheit. Die M\u00e4dchen gaben sich aber nicht hin und wurden so umgebracht.<\/p>\n<p>Zwei der M\u00f6rder wurden von der Polizei gestellt und vom Mob gelyncht (Lynchmorde an gefa\u00dften B\u00fcglern und Rittern sind hier nicht mehr un\u00fcblich). Der dritte (Verwandte Sh. ) wurde auf dem Lande bei seiner Familie \u00fcberrascht. Er hatte aber ungl\u00fccklicher Weise eine Granate in seiner Reichweite, entst\u00f6pselte sie, kam im Kugelregen seiner H\u00e4scher nicht mehr zum Werfen und so gingen anstatt der Polizisten seine Schwester und Mutter mit ihm hoch.<\/p>\n<p>Ein Kommilitone Georgies, wilder Krieger, Waffenschmuggler, R\u00e4uber und M\u00f6rder in Abchasien, erschien mit Georgie zusammen zum (m\u00fcndlichen) Examen. Da er vom XREN keine Ahnung hatte, lies der Professor ihn durchfallen. Der Krieger aber holte nur ruhig eine Granate heraus (mit der er vorher N\u00fcsse aufgeklopft hatte) und sagte, da\u00df er in Abchsien f\u00fcr sein Vaterland k\u00e4mpfe. Der Professer erwiederte unsicher, da\u00df er ihm nicht glaube, woraufhin der junge Student seine restlichen Waffen vor sich auf den Tisch legte, seinen Ausf\u00fchrungen noch hinzuf\u00fcgte, da\u00df er durch den Krieg ein aufgetragenes Nervenkost\u00fcm h\u00e4tte und das Examen bestand.<\/p>\n<p>Sein Kumpel kam zu dem Examen gleich mit einem Panzersp\u00e4hwagen gefahren &#8230;.<\/p>\n<p>Gebe Gott, da\u00df der Krieg in Abchasien nicht vor meiner Abreise aufh\u00f6rt. Wenn die mindestens 20 000 Psychopathen aus dem Westen in die einzige Stadt Georgiens [zur\u00fcckkommen wird es ungem\u00fctlich.]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211;&gt; <a href=\"http:\/\/jkoehler.diskstation.me\/wordpress\/diaries\/tagebuch-leningrad-st-petersburg-tbilisi-1991-1993\/georgien-1992-93\/tbilissi-23-april-1993\/\">next page<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infos &#8211; &#8220;Loti&#8221; (Trunkenbold) Wachtangi Kobalia &amp; Sohn befehligen die Sviadisten in Megrelien &#8211; Leonid Kraftschuk: Pr\u00e4sident der Ukraine &#8211; Jurie Rost: Bekannter Journalist. In einem Interview mit Jussoljani hielt er dem ein Photo hin, und fragte: &#8220;Kennen Sie den Mann auf diesem Bild?&#8221;. 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