{"id":1252,"date":"2018-03-10T14:12:45","date_gmt":"2018-03-10T13:12:45","guid":{"rendered":"http:\/\/jkoehler.diskstation.me\/wordpress\/?page_id=1252"},"modified":"2019-03-16T14:15:44","modified_gmt":"2019-03-16T13:15:44","slug":"tbilisi-3-januar-1993","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/jkoehler.diskstation.me\/wordpress\/diaries\/tagebuch-leningrad-st-petersburg-tbilisi-1991-1993\/georgien-1992-93\/tbilisi-3-januar-1993\/","title":{"rendered":"Tbilisi, 3. Januar 1993: Samtredia"},"content":{"rendered":"<p>Nicht acht Stunden, sondern 14. Und geschlagene drei Tage f\u00fcr die R\u00fcckfahrt. Das Transportsystem funktioniert \u00e4hnlich dem Telephonsystem nur noch nach Gutd\u00fcnken.<\/p>\n<p>Irmas Bruder, ein professioneller Hamster, der auch ohne mit der Wimper zu zucken ein paar feindliche Wichte im geplanten Racheakt wegtut, verliebte sich unheimlich in mich und konnte die ganze Zeit nicht von mir lassen. Ich tat mich anfangs schwer mit ihm, fand ihn dann aber doch ganz nett. Er ist bem\u00fcht, einen wahren GRUSINCKIJ MUSCHIK zu verk\u00f6rpern &#8211; mit erstaunlichem Erfolg. Frauen haben in seiner primitiv-patriarchalischen Vorstellungswelt nur als Stimulanzen der M\u00e4nner M\u00e4nnlichkeit und als deren Versorger Platz. Es erstaunt, da\u00df Irma und er aus ein und derselben Familie hervorgegangen sind. Als Grund f\u00fcr Schl\u00e4gereien und Messerstechereien nannte er mir vor allem Ehrverletzungen. Die Leute, die er schlitzte, hatten vorher seinen Kumpel ins Bein gestochen. Mit der Rache wurde gewartet, bis der Verletzte Freund aus dem Krankenhaus entlassen worden war, damit sich die Opfer nicht auf Station tr\u00e4fen. Zwei der Gegner, die mit hei\u00dfen Waffen bewaffnet waren, schaltete Nukri mit meiner geliehenen Gaspistole aus, zwei weiteren wurde in den Hintern gestochen und den eigentlichen T\u00e4ter erwischte es im Bauch. Die Miliz wird in diese Spielchen allgemeinen Einverst\u00e4ndnisses so gut wie nie mit einbezogen.<\/p>\n<p>Nachdem ich zum zweiten Mal mehrere Stunden auf dem Bahnhofsplatz vergebens auf eine Transportm\u00f6glichkeit nach Tbilissi gewartet hatte, gingen Nukri, der sich immer heroisch um mich sorgte, ich und zwei Bekannte von ihm ins verw\u00fcste Theater um dort das Fre\u00dfpaket Irmas zu vertilgen. Da kein Wodka mehr gekauft werden konnte, z\u00fcckte mein Schutzherr selbstgebaute Azetondrogen und die anwesenden M\u00e4nner bet\u00f6rten sich geh\u00f6rig mit der Chemikalie.<\/p>\n<p>Getrunken und gefressen wurde bestialisch, allerdings nie bis zur wirklichen Un\u00e4sthetik. Auch ich tanzte bisweilen sich in die Hingabe zierende Jungfrauen auf Socken durch den Schnee. Bin ich betrunken, erhebe ich die erstaunlichsten Trinkspr\u00fcche &#8211; wurde von daher auch den letzten Abend zum TAMADA ernannt&#8230;<\/p>\n<p>Dank der g\u00fcnstigen \u00e4u\u00dferen Gegebenheiten, gelang es mir sogar ein wenig, Tbilissi, die neuen freundschaftlichen Beziehungen und allem voran nat\u00fcrlich Nino zu vermissen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beg\u00fcnstigt durch achtt\u00e4gigen Masturbationsentzuges bekam ich ums Haar einen Sexualkrampf und mir tr\u00e4umten die merkw\u00fcrdigsten Dinge. So trat ich z.B. in ein Haus, in dem ich meine Feinde wu\u00dfte. Ich ging zusammen mit einem Freund, sie aufzusp\u00fcren. Bewaffnet waren wir nur mit Messer und gu\u00dfeisener Bratpfanne. Das Messer trug zun\u00e4chst ich. Als ich ins erste Zimmer des ger\u00e4umigen Geisterhauses trat, erschrak ich nicht schlecht: Ich sah, wie eine sch\u00f6ne, blonde Frau lustvoll mit einem Mann und einer Frau schlief. Ich nahm diese Szene sehr konkret in g\u00fcnstigster Pornoeinstellung wahr, d.h. mit scharf sichtbaren, einander bearbeitenden Geschlechtsorganen. Die auf dem R\u00fccken liegende und von oben gev\u00f6gelt werdende Sch\u00f6ne, erkannte ich als Fee. Es brannte sich mir vor allem ins Bewu\u00dftsein, wie sie den anderen Schwanz in sich haben wollte. Ich besann mich \u2013 wohl aus Selbstschutz &#8211; auf mein eigentliches Ansinnen und hob, weil ich die beiden anderen beteiligten Personen noch nicht erkannt hatte, meine Waffe, die sich in eine zaghaft wirkende Aluminiumbratpfanne verwandelt hatte, was mir nicht wenig peinlich war. Der aufliegende Junge sah mich zuerst und erschrak, ri\u00df sich unsch\u00f6n aus Alexandras Innerem heraus und verkroch sich nackt und seine Scham sch\u00fctzend in einer Ecke des schummrigen Zimmers. Alexandra erkannte mich und sagte irgendetwas Richtiges. Ich hatte den jungen Mann als einen mir sehr unsympathischen, nicht aber verfeindeten Bekannten erkannt, 1ie\u00df die d\u00fcnne Aluminiumbratpfanne mit Sowjetholzgriff sinken und wies die \u00fcberraschten Sch\u00e4ferst\u00fcndler an, den Raum nicht zu verlassen. Ich empfand Abscheu in Bezug auf Fee und Mordlust gegen den Buhler, doch die gro\u00dfe Leere (Drainage) gewann.<\/p>\n<p>Ich verlie\u00df das Zimmer, nach dem ich noch irgendetwas Unverst\u00e4ndliches ausgeschrien hatte und machte mich mit meinem Freund auf, das Haus weiter zu durchsuchen.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich nur noch, da\u00df wir auf zwei Leute stie\u00dfen, von denen einer so eine Art Feind war, der aber von meinem Kumpel nur die gu\u00dfeiserne Bratpfanne an den Kopf geworfen bekam. Mir war die Gefahr nach meinem Erlebnis um einiges gleichg\u00fcltiger.<\/p>\n<p>Irgendwo in dem Haus traf ich noch einmal auf Alexandra und sagte ihr, da\u00df sie ihrem Sexualpartner ausrichten solle, es sei besser f\u00fcr ihn, wenn wir uns einige Zeit nicht s\u00e4hen. Sie bel\u00e4chelte mich etwas und willigte ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tinikos Gro\u00dfmutter war schwarze Hexe und Tiniko selbst meint, einige ihrer F\u00e4higkeiten geerbt zu haben &#8211; allerdings im Bereich der Wei\u00dfen Magie (Heilung, Schmerzlinderung).<\/p>\n<p>Mir fehlt ein Mensch wie Bernd, der mir zu meiner Weltbeschreibung Kontra gibt. Fast alle, die zuh\u00f6ren, erwidern nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211;&gt; <a href=\"http:\/\/jkoehler.diskstation.me\/wordpress\/diaries\/tagebuch-leningrad-st-petersburg-tbilisi-1991-1993\/georgien-1992-93\/tbilisi-5-januar-1993\/\">next page<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht acht Stunden, sondern 14. 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